Abteilungsausflug führt 45 Personen an den Bodensee
(oma) – – Die Abteilung Alt-Olympianer des FV Olympia Laupheim hat am 12. Juni eine Fahrt zum ältesten archäologischen Freilichtmuseum in Deutschland angeboten. Organisiert und vorbereitet haben diesen Ausflug Franz Münst und Abteilungsleiter Hermann Schick. Die neu eröffnete Museumshalle, sehr ansprechend aus Holz gebaut, zeigt neben digital präsentierten allgemeinen Informationen zur Geschichte im Eingangsbereich auf der Galerie eine Ausstellung zu den Rätseln der Pfahlbauer aus 170 Jahren Forschung. Das UNESCO Weltkulturerbe zählt jährlich etwa 300.000 Besucher. Auftakt des Rundgangs war die Multimediaschau ARCHAEORAMA, die im 360-Grad-Panormakino einen virtuellen Tauchgang zu den Pfahlbauten zeigt. Als die 45 Teilnehmer wieder ins Freie traten, wurden sie von einer Museumsmitarbeiterin empfangen, die einige grundsätzliche Informationen zum Pfahlbaumuseum gab. Sie wies darauf hin, dass vor und in den verschiedenen Häusern weiteres Museumspersonal wartet und bereit ist, Fragen zu beantworten. Die Teilnehmer konnten nun nach eigenem Tempo und Interesse den Rundgang fortsetzen. Bei schönstem Sommerwetter konnten die Besucher zwischen den Häusern immer wieder auch das Bodenseepanorama genießen, zum Beispiel mit Blick auf die Insel Mainau oder zur Basilika Birnau, einer bekannten Wallfahrtskirche am Bodensee. Dörfer beziehungsweise Häuser aus der Steinzeit (ca. 6.000 v.Chr.) und Bronzezeit (ca. 3.000 v. Chr.) wurden in Unteruhldingen nachgebaut. Die ältesten beiden Häuser im Freilichtmuseum wurden 1922 errichtet. So mancher Besucher wird sich Fragen stellen wie zum Beispiel: „Sind die Gegenstände in und um die Häuser Originale?“ oder „Woher kamen die Menschen und warum?“ oder „Wie funktionierte der Handel?“ oder „Warum bauten sie auf Pfähle?“ Antworten auf diese und weitere Fragen (insgesamt 50) gibt es im Museum im Haus der Fragen. Antworten: Nein, die Gegenstände sind haargenaue Nachbildungen. Die Menschen kamen aus weiter entfernten Gebieten, die mit unserem über die großen Wasserläufe verbunden waren. Klimaveränderungen und knapper werdende Ressourcen für den Lebensunterhalt ließen den Menschen vorgeschichtlicher Zeit oft keine andere Wahl, als sich wiederholt bessere Siedlungsstandorte zu suchen. Es gab einfachen Tauschhandel, Ware gegen Ware. Es wurde nicht ins Wasser, sondern am Wasser gebaut. Wechselnde Seespiegelstände im Winter und Sommer machen es jedoch erforderlich, dass Pfahlbausiedlungen auf der Seeseite weit in den See hinausgebaut wurden. Am Schluss des Rundgangs kommt man zum Steinzeitparcours. Dort erfährt man, wie die Menschen vor 6.000 Jahren ihre Häuser gebaut haben, wie schwere Baumstämme transportiert wurden und womit die Dächer gedeckt wurden. Experimentelle Archäologen berichten von den verschiedenen Aspekten des Hausbaus in damaliger Zeit. Nach dieser Fülle an Informationen freuten sich die Teilnehmer auf das Mittagessen und anschließendem Nachmittagskaffee im Haldenhof. Dort, oberhalb von Sipplingen, hat man einen schönen Ausblick auf den Bodensee. Nach der Rückkehr ließ ein Teil der Teilnehmer den Tag im Vereinsheim Activ Kebap der Olympia ausklingen.